Wann kann Osteopathie helfen?

Osteopathie kann bei vielen Formen von Beschwerden und Schmerzen helfen. Es kommt darauf an, welches Organsystem bzw. Gewebe ursächlich für die Beschwerden verantwortlich ist. Hierbei wird klassischerweise unterschieden in: parietales System, viszerales System und craniosacrales System. Zum besseren Verständnis darüber, welche Beschwerden welchem System zugeordnet werden können, gehen wir nun auf die einzelnen Systeme ein.


Parietales System

Der Begriff "parietal" stammt vom lateinischen Wort "paries" ab, was mit "Wand" übersetzt wird. Im Kontext der Osteopathie bedeutet parietal "zur Leibeswand" gehörend, und umfasst typischerweise Beschwerden des muskuloskelettalen Apparats, der Gelenke und der Faszien.

Ein Handgriff, welcher bei dieser Technik eingesetzt wird, ist auf dem Foto ganz links/ganz oben zu sehen.


Typische Beschwerdebilder des parietalen Systems sind:

  • Bewegungseinschränkungen von Gelenken

  • Sportverletzungen

  • Bandscheibenvorfälle

  • Schleudertraumata

  • Akute und chronische Schmerzen des muskuloskelettalen Apparats

  • Lokale Reizungen und Überlastungen - z.B. Golfer- oder Tennisellenbogen


Viszerales System

Das lateinische Wort "viscera" steht für "Eingeweide", "viszeral" entsprechend "die Eingeweide betreffend". Mit viszeralen Techniken werden folglich in der Osteopathie die inneren Organe des Körpers behandelt. Welche Vielfalt an Beschwerden im viszeralen System osteopathisch behandelt werden können, erstaunt unsere Patientinnen und Patienten immer wieder aufs Neue.

Wie Sie sich die Anwendung einer viszeralen Technik vorstellen können, sehen Sie beispielhaft oben auf dem Foto in der Mitte.


Beispiele für Beschwerden, welche mit viszeralen Techniken behandelt werden können:

  • Sodbrennen

  • Verdauungsstörungen

  • Blasenentzündung

  • Inkontinenz

  • Unerfüllter Kinderwunsch

  • Periodenschmerzen

  • Kurzatmigkeit/Atemnot

  • Asthma bronchiale

  • Herzrhythmusstörungen

  • Schluckbeschwerden


Craniosacrale Therapie

Eine weitere Therapieform der Osteopathie ist die craniosacrale Therapie. Das Wort "craniosacral" setzt sich aus den lateinischen Begriffen "cranium" (Schädel) und "sacrum" (Kreuzbein/Os sacrum) zusammen. Dementsprechend liegt bei dieser Technik der Schwerpunkt auf Kopf und Wirbelsäule (v.a. Kreuzbein) - sprich, Elementen des craniosacralen Systems. Hierbei werden die Knochen als Hebel zur Behandlung genutzt, um Einfluss auf das Nervensystem und einen weiteren körpereigenen Puls zu nehmen: den CRI (engl. cranial rhythmic impulse) bzw. PRM (primär respiratorischer Mechanismus).

Ein möglicher Handgriff bei der craniosacralen Therapie ist der, den Schädel in die Hände zu nehmen, um Spannungen zu palpieren (Beispielfoto ganz rechts/ganz unten).


Auch hier haben wir für Sie die häufigsten Symptome und Beschwerdebilder gelistet, welche mit der craniosacralen Therapie behandelt werden können:

  • Migräne

  • Tinnitus

  • Schwindel

  • Neuralgie

  • Sinusitis

  • Sehstörung

  • Zähneknirschen

  • Stress

  • Schlafstörung

  • Innere Unruhe

  • Abgeschlagenheit


Individualität des Patienten

Die oben aufgeführte Einteilung der Beschwerdebilder in die verschiedenen Systeme sind primär didaktisch relevant - im klinischen Alltag ist jedoch häufig eine Mischform anzutreffen: So können beispielsweise zu stark gespannte Muskeln oder Faszien ein Organ in seiner Beweglichkeit einschränken und für Beschwerden sorgen, oder ein überlastetes Nervensystem nicht mehr adäquat auf innere und/oder äußere Reize reagieren, und in Folge ebenfalls für Symptome sorgen.

Daher sind ein ausführliches Erstgespräch und eine anschließende genaue körperliche Untersuchung von oberster Priorität und wegweisend für die Behandlung des Patienten mit seinem individuellen Anliegen.


Wir freuen uns sehr, dass Sie sich die Zeit dafür genommen haben, diesen Artikel zu lesen, und hoffen, dass er Ihnen gefallen hat! Bleiben Sie gesund und eine gute Zeit!


Copyright/Disclaimer: Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Dieser Artikel ist geistiges Eigentum von manu sensu - Praxis für Osteopathie und zum privaten Gebrauch für unsere Patientinnen und Patienten gedacht. Eine Vervielfältigung und Verwendung des Inhaltes für kommerzielle Zwecke ist untersagt und nur in Rücksprache mit manu sensu möglich. Des Weiteren handelt es sich bei diesem Blog um eine Übersicht ohne Anspruch auf absolute Vollständigkeit und eine Garantie der Aktualität, vielmehr soll der Artikel informieren und Hilfestellung geben. Bei den oben genannten Krankheitsbildern und Symptomen handelt es sich nicht um Heilversprechen. Mit diesen Beispielen möchten wir Ihnen lediglich einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten der osteopathischen Behandlung geben. Im Einzelfall kann eine osteopathische Behandlung nicht angezeigt sein, die Einbindung der Rücksprache mit Fachärzten ist an dieser Stelle unerlässlich und wird von uns empfohlen. Dies bespricht Herr Fürst sehr gerne mit Ihnen beim Termin.


Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im vorliegenden Artikel teilweise die männliche oder neutrale Sprachform bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen eingesetzt. Dies gilt ausschließlich der Optimierung des Leseflusses und der sprachlichen Verständlichkeit, und ist explizit nicht als Benachteiligung des weiblichen Geschlechts zu verstehen.